FAQ zu pyroelektrischen Detektoren

Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen zu pyroelektrischen Detektoren von InfraTec.

Wie funktioniert ein pyroelektrischer Detektor?

Die Temperatur eines dünnen (< 40 µm) pyroelektrischen Kristalls wird durch elektromagnetische Strahlung (UV, VIS, IR, THz) um Bruchteile eines tausendstel Grades erhöht. Beim Einschalten der Strahlung erwärmt sich der pyroelektrische Kristall und es entstehen positive elektrische Ladungen. Beim Ausschalten der Strahlung kühlt sich der Kristall ab und es werden negative Ladungen erzeugt. Diese sehr kleinen Ladungsmengen werden durch extrem rausch- und leckstromarme Feldeffekttransistoren (JFET) oder CMOS-Operationsverstärker (OpAmp) in eine Signalspannung umgewandelt. Da durch den pyroelektrischen Effekt nur Strahlungsänderungen erfasst werden, erfolgt bereits ohne Signalauswertungsalghorithmen eine Ausblendung des statischen Hintergrundes.

Welche Einsatzgebiete für pyroelektrische Detektoren gibt es?

Pyroelektrische Detektoren können sehr genau und langzeitstabil Infrarotstrahlung in vergleichsweise hohe Signalspannungen wandeln. Da ein pyroelektrisches Element nur Änderungen der Infrarotstrahlung registriert, muss ein pyroelektrischer Detektor immer mit einer modulierten IR-Quelle (mechanische Chopperung oder elektrisch modulierte Quelle) betrieben werden. Als thermischer Detektor besitzt der pyroelektrische Detektor im Gegensatz zu Halbleiterdetektoren eine sehr breite spektrale Empfindlichkeit von 100 nm bis über 1000 µm und benötigt selbst bei Wellenlängen >5µm keine Kühlung.  Verbreitete Anwendungsgebiete pyroelektrischer Detektoren sind Bewegungsmelder, die NDIR Gasanalyse, die IR-Flammendetektoren sowie Spektroskopie und Pyrometrie. Im Gegensatz zum Thermopile kann ein pyroelektrischer Detektor selbst noch bis zu Modulationsfrequenzen von einigen kHz mit hoher Auflösung messen, was den Einsatz in FTIR-Spektrometern ermöglicht. Die Leistung kurzer Laserimpulse der Größenordnung µs ist noch zeitlich auflösbar, Energiemessungen von gepulster IR-Laser-Strahlung funktionieren  auch bei ns-Impulsen mit hoher Genauigkeit.

In welchem Wellenlängenbereich der elektromagnetischen Strahlung können pyroelektrische Detektoren arbeiten?

Da der thermische Effekt der einfallenden elektromagnetischen Strahlung für deren Detektion ausgenutzt wird, kann diese Strahlung beginnend vom tiefen UV (100nm) über den sichtbaren und den infraroten Wellenlängenbereich bis hin zu Terahertzwellen (1000µm) detektiert werden, wenn der pyroelektrische Kristall eine geeignete Absorptionsbeschichtung trägt. InfraTec verwendet zwei unterschiedliche Technologien für diese sogenannten Schwarzschichten. Die am meisten eingesetzte Polymerschwarzschicht wird als Waferprozess erzeugt und bietet eine temperatur- und langzeitstabile hohe Absorption vom UV bis etwa 100µm für Modulationsfrequenzen bis zu einigen kHz. Eine spezielle Metallschwarzschicht mit sehr hoher und flacher Absorption steht für anspruchsvolle Spektrometeranwendungen zur Verfügung, erfordert jedoch Einschränkungen hinsichtlich der maximalen Betriebstemperatur (< 60 °C) und reagiert empfindlich auf hohe kollimierte Strahlungsleistungen sowie starke Vibrationen.

Aus welchen Hauptkomponenten besteht ein NDIR Gasanalysator?

Die Molekülschwingungen vieler chemischer Verbindungen haben Grundwellen im Infraroten Wellenlängenbereich und absorbieren deshalb IR-Strahlung. Jede dieser Verbindungen hat ein charakteristisches Absorptionsspektrum. Dieser physikalische Effekt wird zur Gasanalyse angewandt. Ein NDIR (Non Dispersive IR) Gasanalysator besteht aus einer elektrisch or mechanisch modulierten IR-Quelle, einer Gasküvette und meist aus einem pyroelektrischen Detektor. Eine Auswerteelektronik berechnet aus der Signalspannung die Gaskonzentration. InfraTec bietet eine große Anzahl von Standard-IR-Schmalbandfiltern (NBP) an, die optimal auf die Absorptionseigenschaften des zu messenden Gases abgestimmt sind. Diese Filter sind bereits in die Kappe des pyroelektrischen Detektors integriert und vereinfachen die Entwicklung eines Gassensors.

Wie funktioniert ein IR-Flammensensor?

Der pyroelektrische Detektor des Flammensensors erfasst die typische spektrale Ausstrahlung von brennenden organischen Materialien (Holz, Erdgas, Öl, Kunststoff). Dabei werden zwei unabhängige Kriterien einer Flamme ausgewertet, um einen Fehlalarm durch die Sonne oder andere intensive Lichtquellen (Lichtbogenschweißen) auszuschließen. 1) Eine typische Flamme ist durch eine Flackerfrequenz zwischen 1 und 5 Hz gekennzeichnet. 2) Eine Kohlenwasserstoffflamme erzeugt Verbrennungsgase des Kohlenstoffs CO und CO2. Deren Emissionsbanden liegen im infraroten Spektralbereich zwischen 4,0 und 4,8µm Wellenlänge. Um ein hohes Signal zu erhalten, nutzt man breite IR-Bandpässe als Detektorfenster, die sowohl die Strahlungsemission von CO2 als auch von CO einschließen.

Können pyroelektrische Detektoren ohne integrierte Impedanzwandler (JFET oder OpAmp) in Gasanalysatoren und Flammensensoren eingesetzt werden?

Die im pyroelektrischen Kristall generierten Ladungen sind sehr gering und erfordern Vorverstärker mit extrem hohen Eingangsimpedanzen (bis zu einigen 10 GigaOhm). Unter normaler Luftfeuchtigkeit (z.B. 60% bei 23°C) sind solche Vorverstärker-Schaltungen nicht störungsfrei betriebsfähig. Zumindest der Hochohmkreis muss sich deshalb innerhalb des hermetisch dicht verschlossenen Detektorgehäuses befinden. Für Gasanalyse oder Flammensensorik sind deshalb Detektoren ohne integrierte JFET oder Operationsverstärker kaum geeignet.

Erhöht das Kühlen eines pyroelektrischen Detektors ebenso wie beim Halbleiterdetektor (z.B. PbS, PbSe, InSb, MCT) den Signal-Rauschabstand?

Nein! Pyroelektrische Detektoren benötigen auch zur Detektion langwelliger infraroter Strahlung (z.B. 14µm) keine Kühlung des pyroelektrischen Chips. Betriebstemperaturen über ca. 50°C erhöhen jedoch das Detektorrauschen, da die integrierten Verstärkerkomponenten bei höherer Temperatur größere Leckströme aufweisen. CMOS-Operationsverstärker reagieren dabei wesentlich geringer als JFET, da der Sperrstrom der JFET exponentiell ansteigt.

Kann man durch Erwärmen eines pyroelektrischen Detektors mit empfindlichen Elementen aus LiTaO3 ähnlich wie bei DTGS-Detektoren das Signal-Rausch-Verhältnis verbessern?

Detektoren aus dem Pyroelektrikum Triglycinsulfat (DTGS) werden gelegentlich bei einer erhöhten Temperatur von ca. 50°C betrieben, weil DTGS einen Curiepunkt von etwa 60°C hat. In der Nähe der Curietemperatur steigt der pyroelektrische Koeffizient und somit die Signalspannung spürbar an. Diesen Performancegewinn erkauft man sich allerdings mit einem sehr hohen Temperaturkoeffizienten. InfraTec verwendet Lithiumtantalat (LiTaO3) als Pyroelektrikum, dessen extrem hohe Curietemperatur von 620°C einen minimalen Temperaturkoeffizienten garantiert. Eine nennenswerte Signalerhöhung durch Erwärmung ist deshalb nicht möglich. In Gasanalysatoren ist es jedoch üblich, den gesamten Detektorblock zu heizen (40 ... 60°C), um Kondensation zu verhindern oder sehr genau die Temperatur zu stabilisieren, um eine optische Filterdrift zu vermeiden.

Wodurch werden die Betriebs- und Lagertemperaturen pyroelektrischer Detektoren eingeschränkt?

InfraTec setzt ausnahmslos beidseitig poliertes, einkristallines Lithiumtantalat als pyroelektrisches Chip  ein. Dieses dauerhaft polarisierte Material hat einen Curiepunkt von ca. 620°C und begrenzt deshalb nicht den möglichen Temperaturbereich. Die obere Betriebstemperatur wird meist durch die Parameter der integrierten Vorverstärker begrenzt. Die mechanischen Eigenschaften des Detektorfensters sowie dessen Montagetechnologie schränken die unteren und oberen Lagertemperatur ein.

Können pyroelektrische Detektoren bei Temperaturen > 100 °C betrieben werden?

Prinzipiell ja. Das pyroelektrische Element aus LiTaO3 selbst begrenzt dabei nicht die obere Betriebstemperatur. Temperaturabhängige Restströme der integrierten aktiven Komponenten führen zu einer Rauscherhöhung und zu deutlichen Einschränkungen der Dimensionierung des Impedanzwandlers. Für Applikationen mit Betriebstemperaturen von 60°C bis 100°C sollten deshalb Detektoren mit CMOS-Operationsverstärkern anstatt JFET eingesetzt werden, da deren Restströme geringer sind. Da das IR-Fenster einen hermetisch dichten Verschluss des Detektorgehäuses über die gesamte Lebensdauer garantieren muss, entstehen erhebliche konstruktive und technologische Anforderungen hinsichtlich mechanischer Spannungen im empfindlichem IR-Fenster oder IR-Filter. Ein extrem weiter Lagertemperaturbereich als Kombination von hohen und sehr niedrigen (< -25 °C) Temperaturen ist für viele Detektorfenstermaterialien nicht möglich.

Was bedeutet Mikrofonieeffekt und Beschleunigungsempfindlichkeit von pyroelektrischen Detektoren?

Alle pyroelektrischen Materialien sind physikalisch bedingt auch piezoelektrisch. Deshalb reagiert das pyroelektrische Chip eines Detektors auf Körper- und auch Luftschall wie ein Mikrofon oder ein Beschleunigungssensor. Dieses Verhalten wird als Mikrofonieeffekt oder Beschleunigungsempfindlichkeit bezeichnet. Der störende Effekt kann sehr effektiv durch eine von InfraTec patentierte Chipmontage kompensiert werden, die so genannte LowMicro-Technologie.

Wodurch kann InfraTec den physikalisch bedingten Mikrofonieeffekt pyroelektrischer Detektoren reduzieren?

Der Luftschalleinfluss wird durch ein hermetisch dichtes Detektorgehäuse unterdrückt. Der störende Körperschall kann durch eine geeignete Befestigung des pyroelektrischen Chips so angekoppelt werden, dass in allen drei Raumrichtungen eine deutliche Kompensation der Störspannung (bis auf einige Prozent) eintritt. InfraTec hat 2004 neue Detektorfamilien eingeführt, bei denen durch eine patentierte mikromechanische Chipbefestigung (Abkürzung lowMicro) die Beschleunigungsempfindlichkeit spürbar verringert wird. Die Typenbezeichnung dieser Detektoren beginnt mit LME (einkanalig) oder LMM (mehrkanalig) anstelle LIE oder LIM.

Was bewirkt die thermische Kompensation des pyroelektrischen Detektors?

Die DC-Ausgangsspannung (der Arbeitspunkt) eines pyroelektrischen Detektors kann in Temperaturrampen durch eine thermische Kompensation um etwa den Faktor 20 stabilisiert werden. Dazu werden optisch inaktive vergoldete pyroelektrische Elemente gegenphasig den aktiven pyroelektrischen Elementen zugeschaltet. Die Arbeitspunktstabilisierung verkürzt auch die Warm-up Phase eines Gerätes und erhöht die Genauigkeit handgehaltener Messgeräte. Die thermische Kompensation ist sehr verbreitet bei Gasanalysatoren, wenig verbreitet in der Flammendetektion und unüblich in der Spektrometrie.

Welche Temperatureffekte kann eine thermische Kompensation nicht eliminieren?

Die thermische Kompensation verringert nicht den Temperaturdrift der eingebauten Infrarotfilter sowie den Temperaturkoeffizienten von Signalspannung und Gasskonzentrationsmessung.

Worin besteht der Spannungsbetrieb bzw. Voltage Mode eines pyroelektrischen Detektors?

Im Spannungsbetrieb lädt der von der IR-Strahlung initiierte pyroelektrische Strom die elektrische Kapazität des pyroelektrischen Elementes auf und erzeugt so direkt eine Signalspannung. Diese Spannung steht nach Impedanzwandlung mittels eines Sourcefolgers (JFET, Gatewiderstand, Sourcewiderstand) direkt zur Verfügung. Bei üblichen Modulationsfrequenzen zwischen 1 und 10 Hz arbeitet der pyroelektrische Detektor bereits im 1/f-Bereich oberhalb der elektrischen und elektrischen Zeitkonstante. Typische Signalspannungen sind einige mV.

Worin besteht der Strombetrieb bzw. Current Mode eines pyroelektrischen Detektors?

Im Strombetrieb wird der von der IR-Strahlung initiierte pyroelektrische Strom durch einen Strom-Spannungs-Wandler (OpAmp mit Feedback-Komponenten, sogenannter Transimpedanz-Verstärker TIA) in eine Signalspannung gewandelt. Je nach Dimensionierung der Feedback-Komponenten erzeugen diese Detektoren in einem Frequenzbereich von 1 - 10 ... 1000 Hz eine nahezu konstante Ausgangsspannung. Der Detektor arbeitet zwischen der thermischen und der elektrischen Zeitkonstante. Typische Signalspannungen sind einige 100 mV und mehr.

Wodurch unterscheiden sich Spannungs- und Strombetrieb eines pyroelektrischen Detektors?

Für die Leistungsfähigkeit eines pyroelektrischen Detektors ist der Frequenzgang der Signalspannung - bestimmt durch die thermische und elektrische Zeitkonstante - von wesentlicher Bedeutung. Die thermische Zeitkonstante (typisch 150ms), also die thermische Kopplung des pyroelektrischen Elementes an die Umgebung, wird nicht durch die Betriebsart beeinflusst und ist deshalb für Strom- und Spannungsbetrieb identisch. Die elektrische Zeitkonstane (typisch einige s) berechnet sich im Spannungsbetrieb als Produkt von elektrischer Pyrochipkapazität und Gatewiderstand. Pyrochipkapazität und Gatewiderstand können nicht frei gewählt werden, eine Verkürzung der elektrischen Zeitkonstante ist deshalb nur bedingt möglich. Im Strombetrieb ergibt sich die elektrische Zeritkonstante aus dem Produkt von Feedbackwiderstand und Feedbackkapazität und kann in einem weiten Bereich unabhängig vom Pyrochip gewählt werden (typisch <20ms). Frequenzgang und Signalspannung können bei Strombetriebsdetektoren deshalb in einem weiteren Bereich angepasst werden. Bei typischer Dimensionierung ergibt sich eine mehr als 100x größere Signalspannung als bei Spannungsbetriebsdetektoren, wobei die gewünschte Signalhöhe durch den Feedbackwiderstand im Bereich von ca. 1:20 wählbar ist. Die erheblich kürzere elektrische Zeitkonstante (typisch 1% des Spannungsbetriebes) realisiert kurze Einschwingzeiten der Verstärkerelektronik nach Signalsprüngen.

Welche Eigenschaften eines pyroelektrischen Detektors im Spannungsbetrieb werden bei Änderung des Gatewiderstandes beeinflusst?

Die Verringerung des Gatewiderstandes eines unkompensierten pyroelektrischen Detektors im Spannungsbetrieb ist eine übliche Methode zur Stabilisierung des DC-Offsets bei Temperaturänderungen. Es ist eine kostengünstige Alternative zum Einsatz des thermisch kompensierten Detektors. Ein reduzierter Gatewiderstand erhöht jedoch das niederfrequente Detektorrauschen proportional zu 1/sqrt R. Faustregel: Der Signal-Rausch-Abstand eines pyroelektrischen Detektors verringert sich durch eine thermische Kompensation auf 70%. Für eine ähnliche Stabilität eines unkompensierten Detektors muss dessen Gatewiderstand etwa auf 1/16 reduziert werden (z.B. 5GOhm anstatt 82GOhm). Dadurch verringert sich die Detektivität jedoch auf sqrt 1/16 = 25%. Eine thermische Kompensation ist demnach ca. Faktor 3 besser als die Verringerung des Gatewiderstandes.

Wie kann man einfach feststellen, ob ein pyroelektrischen Detektor (noch) funktioniert?

Nahezu alle pyroelektrischen Detektoren von InfraTec beinhalten einen Vorverstärker, der entweder aus einem diskret realisierten JFET-Sourcefolger oder einem CMOS-OpAmp besteht. In beiden Konfigurationen besteht ein einfacher Funktionstest in der Kontrolle der DC-Ausgangsspannung. Die DC-Ausgangsspannung muss im thermisch eingeschwungenem Zustand dem im Messprotokoll ausgewiesenen Wert entsprechen (Abweichung bei Sourcefolger typisch ±10 %, bei OpAmp typisch 1 mV) und nur einen geringen langsamen Drift um einen Mittelwert zeigen.

Worin besteht der Vorteil eines pyroelektrischen Detektors mit integriertem Beamsplitter?

Beamsplitter-Detektoren sind Multi-color-Detektoren mit nur einer einzigen Aperturöffnung. Die Teilung des Strahlenbündels in 2 oder 4 spektrale Kanäle erfolgt erst innerhalb des Detektors. Aufgrund der kleinen zu beleuchtenden Apertur von ø 2,5 mm können in der NDIR-Gasanalyse sehr kleine Küvettendurchmesser eingesetzt werden, was zu sehr geringen Totvolumina des Messsystems führt. Durch den internen Beamplitter - einem Array aus einer Vielzahl von Mikrospiegelflächen - wird gleichzeitig das Signalverhältnis zwischen den spektralen Kanälen konstant gehalten, da mechanische Drifts im optischen System des NDIR-Analysators, die Alterung aber auch Verschmutzungen schon vor der Strahlteilung auftreten und damit proportional auf alle Kanäle wirken.

Welche Möglichkeiten bietet InfraTec, in mehr als 4 spektralen Infrarotkanälen zu messen?

Bis zu 4 spektrale Kanäle (meist 3 Gaskanäle und 1 Referenz) können mit mehrkanaligen Standard-Detektoren von InfraTec parallel erfasst werden. Werden mehr spektrale Kanäle benötigt, kann man unter Beibehalt der zeitgleichen Messung in allen spektralen Kanälen die Beleuchtung von 2 Multi-color-Detektoren über einen externen Beamsplitter (im einfachsten Fall ein unter 45° im Strahlengang stehendes unbeschichtetes Si-Chip) realisieren. Alternativ werden nach wie vor in der Mehrkomponenten-Gasanalyse Filterräder (bis zu 8 Filterpositionen sind üblich) eingesetzt, die in der Kombination mit einem schnellen pyroelektrischen Miniaturdetektor (z. B. LIE-200 oder LME-300) trotz der Filterradmechanik sehr kompakte und zuverlässige Sensoraufbauten ermöglichen. Die modernste Form der vielkanaligen Gasanalyse verwendet pyroelektrische Detektoren mit integrierten mikromechanischen durchstimmbaren IR-Filter (MOEMS). InfraTec fertigt die zwei Typen LFP-3041L-337 (Durchstimmbereich 3.0 ... 4.1 µm) and LFP-3950L-337 (Durchstimmbereich 3.9 ... 4.8 µm) im TO8-Gehäuse.

Ist die Verwendung eines absorptionsfreien Referenzkanals für die NDIR-Gasanalyse zwingend notwendig?

Für NDIR-Gasanalysatoren ist sinnvoll, einen Referenzkanal zu verwenden und das Signal des Gaskanals auf diese Referenz zu normieren (Quotientenverfahren). Die optische, mechanische und elektronische Drift des Gesamtsystems kann dadurch erheblich verringert werden. Der Zeitraum zwischen Kalibrierungen verlängert sich um Faktoren. Die spektrale Lage dieser optischen Referenz soll so dicht wie möglich an den Spektrallinien der zu messenden Gase angeordnet sein. Dabei kann ein Referenzkanal durchaus für mehrere Gase gemeinsam genutzt werden, wenn alle Absorptionsbanden innerhalb eines spektralen Fensters liegen (3 ... 5 µm oder 8 ... 12 µm). Ohne optischen Referenzkanal kann die Referenzierung auch durch ein periodisch in die Küvette eingebrachtes Referenzgas (z. B. N2) erfolgen.

Können pyroelektrische Standarddetektoren von InfraTec selbst ohne zusätzliche Optik eine Flamme in bis zu 100m Entfernung sicher detektieren?

Ja, speziell InfraTecs pyroelektrische Detektoren im Strombetrieb mit einer Chipgröße von 2x2 bzw. 3x3mm² weisen neben einen hohen Signal-Rausch-Abstand ein sehr geringes Popcorn-Rauschen auf.

Worin bestehen die Vorteile einer gepulsten / selbstmodulierten IR-Quelle im Vergleich zur Verwendung eines mechanischen Choppers?

Elektrisch modulierbare thermische IR-Quellen im TO5- oder TO8-Gehäuse entsprechen dem neuesten Stand der Technik. Es gibt sie mittlerweile auch als mikromechanisches Bauteil mit hohen Lebensdauer. Die bewegten Teile eines mechanischen Choppers sind damit überflüssig. Das An- und Ausschalten der strahlenden Heizfläche der IR-Quellen bewirkt jedoch neben der gewünschten Modulation der Strahlungsleistung gemäß Planckschem Gesetz auch eine Modulation der spektralen Charakteristik. Als thermische Strahler haben modulierbare IR-Quellen eine thermische Zeitkonstante, durch die je nach Typ ab 3 ... 30 Hz die Modulationstiefe der Miniaturheizfläche spürbar abnimmt. Für höhere Modulationsfrequenzen (z.B. >100Hz) bzw. für eine exakt rechteckförmige Strahlungsmodulation empfehlen wir den Einsatz mechanischer Chopper.

Wie wird die extrem hochohmige Eingangstufe (typisch 100 GOhm) der InfraTec-Detektoren vor Feuchtigkeit geschützt?

Alle Detektoren von InfraTec werden unter Inertatmosphäre (getrockneter Stickstoff mit Taupunkt < -45 °C) hermetisch verschweißt. Das Infrarotfenster (z. B. CaF2, BaF2) bzw. IR-Filter (Interferenzfilter auf Silizium und Germaniumsubstrat) wird mit einem hochbeständigen und niedrig ausgasendem Epoxy eingeklebt.

Was bedeuten die Abkürzungen ROHS, WEEE und REACH?

Die Europäische Union hat eine Reihe von Festlegungen zum Schutz ihrer Bürger und der Umwelt getroffen. Die für die Elektronikindustrie wichtigsten sind gegenwärtig:

  • die EG-Richtlinie 2011/65/EU – RoHS = Restriction of (the use of certain) Hazardous Substances; deutsch: Beschränkung (der Verwendung bestimmter) gefährlicher Stoffe,
  • die EU-Richtlinie 2002/96/EG – WEEE = Waste of Electrical and Electronic Equipment; deutsch: Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall und
  • die EG-Verordnung 1907/2006 – REACH = Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals; deutsch: Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien


RoHS beschränkt die Verwendung von sechs als umweltgefährlich eingestuften Stoffen und Stoffgruppen in elektrischen und elektronischen Geräten. Das betrifft Blei, Quecksilber, Cadmium, sechswertiges Chrom, polybromierte Biphenyle (PBB) und polybromierte Diphenylether (PBDE). Dabei gibt es aber einige große Produktgruppen, die nicht der Richtlinie unterliegen. Ferner gibt es eine Reihe von Ausnahmeregelungen für bestimmte Anwendungen.

WEEE legt eine erweiterte Herstellerverantwortung bei der Vermeidung bzw. Verringerung von Elektronikschrott durch Rücknahme und Recycling elektrischer und elektronischer Geräte fest.

REACH ist das Ergebnis der Harmonisierung des bisherigen Chemikalienrechts in Form von Zulassungs-, Dokumentations- und Informationspflichten für chemische Stoffe in Verbindung mit Nutzungsbeschränkungen für bestimmte Stoffe. Vorstufe einer notwendigen Zulassung bzw. von Nutzungsbeschränkungen ist die Einstufung als SVHC (Substance of Very High Concern; deutsch: besonders besorgniserregender Stoff) in Produkten und Herstellungsprozessen.

Diese Festlegungen sind für die Mitgliedsstaaten bindend und von diesen in nationales Recht umzusetzen.

Erfüllen die pyroelektrischen Detektoren von InfraTec sowie deren Herstellungsprozesse die Erfordernisse von RoHS, WEEE und REACH?

Alle Unternehmen, die Waren innerhalb der Europäischen Union liefern, haben die Einhaltung der auf ihre Produkte zutreffenden Richtlinien und Verordnungen bzw. der darauf basierenden nationalen Gesetze und Vorschriften zu garantieren.

InfraTec-Detektoren sind keine Geräte im Sinne der RoHS- Richtlinie. InfraTec als Komponentenhersteller verwendet aber ausschließlich solche Konstruktionen und Materialien, die unseren Kunden die Herstellung RoHS-konformer Geräte ermöglichen.

WEEE regelt die Rücknahmeverpflichtung für elektronische Geräte, jedoch nicht für deren Komponenten. Aus diesem Grund bestehen für die pyroelektrischen Detektoren von InfraTec keine daraus abzuleitenden Anforderungen.

Unsere Detektoren enthalten nur solche Stoffe bzw. Stoffe in solchen Mengen, die keiner Anwendungsbeschränkung durch die REACH-Verordnung unterliegen.

Jeder Lieferung liegt eine Konformitätserklärung bei, die auch die Aspekte von RoHS und REACH berücksichtigt.



Neben dem Geschäftsbereich Sensorik ist der Geschäftsbereich Infrarotmesstechnik in allen Anwendungsfeldern der Infrarot-Thermografie, tätig wobei das Leistungsspektrum von der Fertigung und vom Verkauf von Wärmebildkameras bis hin zur Lieferung schlüsselfertiger Thermografie-Automationslösungen reicht. InfraTec zählt zu den größten Anbietern von Thermografie- und nichtmilitärischen Wärmebildsystemen in Europa.

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