Die InfraTec GmbH Infrarotsensorik und Messtechnik feiert ihr 35-jähriges Bestehen. Was 1990 als Ingenieurbüro begann, hat sich zu einem international tätigen Unternehmen mit mehr als 240 Mitarbeitenden in den beiden Geschäftsbereichen Infrarot-Sensorik und Infrarot-Messtechnik entwickelt.
Gegründet von Dr.-Ing. Matthias Heinze und Dr.-Ing. Matthias Krauß, wurde InfraTec am 24. Juni 1991 offiziell in das Handelsregister Dresden eingetragen. Schon früh setzte das junge Unternehmen auf kompakte Infrarot-Detektoren für die Gasanalyse sowie auf pyrometrische und thermografische Messtechnik – und etablierte sich damit erfolgreich am Markt.
Im Geschäftsbereich Infrarot-Sensorik entwickelt und produziert InfraTec für Kunden weltweit maßgeschneiderte optoelektronische Komponenten, insbesondere pyroelektrische Detektoren. Diese kommen in zahlreichen Applikationen zum Einsatz, unter anderem in der medizinischen und industriellen Gasanalyse, zur Prozessgasanalyse, in der Sicherheitstechnik sowie in der Spektroskopie. Auch im Weltall sind InfraTec-Detektoren gefragt. Dort unterstützen sie die präzise Ausrichtung von Satelliten zur Erde.
Das Wachstum von InfraTec ist eng mit dem konsequenten Ausbau von Fertigungskapazitäten, Produktportfolios und internationalen Strukturen verbunden. Bereits kurz nach der Gründung wurden die ursprünglichen Geschäftsräume zu klein, sodass 1993 der Umzug in das TechnologieZentrumDresden erfolgte. Dort entstand die erste vollständige Fertigungslinie für pyroelektrische Detektoren – der Startpunkt für einen stetigen Ausbau der Produktion. Mit der zunehmenden Nachfrage nach leistungsfähigen Detektoren wurden die Fertigungskapazitäten ab dem Jahr 2000 mehrfach erweitert. Parallel dazu strukturierte InfraTec sein Produktportfolio klarer und entwickelte neue Konzepte zur Miniaturisierung seiner Komponenten.
Die internationale Expansion folgte konsequent: 2007 gründete InfraTec eine Tochtergesellschaft in den USA, um den nordamerikanischen Markt gezielt zu betreuen. Die wachsende Nachfrage in den USA, Kanada und Südamerika führte 2020 zu einer weiteren Verstärkung der lokalen Präsenz. Allen europäischen Kunden des Geschäftsbereiches Infrarot-Sensorik steht bereits seit 2014 einen direkter Vertriebskanal zur Verfügung.
Mit dem umfassenden Ausbau des Standorts unterstreicht das Unternehmen immer wieder seine Bindung zu Dresden. Zwischen 2018 und 2024 investierte InfraTec insgesamt rund 40 Millionen Euro in neue Reinräume, moderne Fertigungsanlagen, Entwicklungsflächen sowie Büro- und Sozialbereiche. Mit dem jüngsten Erweiterungsbau entstand ein energieeffizientes Gebäude nach KfW-55-Standard, ausgestattet mit Photovoltaik zur nachhaltigen Versorgung der Reinraumtechnik.
Die Inbetriebnahme eines eigenen Züchtungslabors für DLaTGS-Kristalle hat im Jahr 2023 die Voraussetzung für die Eigenentwicklung von High-Performance-Detektoren der PYRONEER®-Familie geschaffen. Sämtliche Schritte zur Herstellung der DLaTGS-Detektoren für die FTR-Spektroskopie erfolgen seither vollständig im eigenen Haus.
Dass InfraTec im Geschäftsbereich Sensorik technologisch so breit aufgestellt ist, sieht Entwicklungsingenieurin Dr. Antje Schlieter als einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: „Wir decken neben der Inhouse-Synthese des DLaTGS bis hin zur Chipherstellung alle Prozessschritte intern ab. Zudem haben wir alle Kompetenzen vor Ort gebündelt, von der Beschichtung der pyroelektrischen Chips über die Aufbau- und Verbindungstechnik der Detektoren bis hin zur elektro-optischen Endmessung.“ Das mache InfraTec weitestgehend unabhängig und sehr flexibel. Zudem sei das Personal mit modernen Methoden für Simulation, Fertigung und Test aber auch mit den verschiedenen Anwendungen der Infrarot-Detektoren vertraut. „Dadurch fertigen wir Prototypen, Kleinserien und hohe Stückzahlen in höchster Qualität“, gibt Dr. Antje Schlieter weiter zu Protokoll.
Der technologische Erfolg von InfraTec basiert von Anfang an auf einer intensiven und kontinuierlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. So entstanden im Unternehmen spektral durchstimmbare Infrarotdetektoren auf Basis mikromechanischer Fabry-Pérot-Filter. Diese Detektoren wurden international ausgezeichnet, unter anderem mit dem SENSOR Innovationspreis, dem Prism Award for Photonics Innovation sowie dem „Best of Show“-Award der SENSORS EXPO.
In den folgenden Jahren baute InfraTec seine Innovationsführerschaft konsequent aus. Neue Detektorkonzepte ermöglichten eine höhere Anzahl an Messkanälen bei gleichzeitig kompakter Bauform, die integrierte Temperaturkompensation sowie eine verbesserte Signalqualität. Beispiele für diese Entwicklung sind miniaturisierte Mehrkanaldetektoren für die Gas- und Flammensensorik, mit integriertem Temperatursensor oder mit Heizwiderständen, mit denen Anwender die Detektoren bei Bedarf selbst testen können. So passen in einen Detektor von gerade einmal 5,3 mm Durchmesser zwei spektrale Kanäle, bei einem Durchmesser von 15,2 mm können sogar acht Kanäle untergebracht werden.
Mit der Einführung der digitalen PyrIQ®-Detektoren konnte sich InfraTec neue Anwendungsfelder erschließen und die Integration der Detektoren in moderne Messsysteme vereinfachen. Ergänzende Evaluation Kits unterstützen Kunden dabei, Entwicklungszeiten deutlich zu verkürzen.
Ein aktueller technologischer Höhepunkt ist die Einführung der neuen PYRONEER®-Serie auf Basis von DLaTGS-Kristallen. Diese High-Performance-Detektoren zeichnen sich durch ein exzellentes Signal-Rausch-Verhältnis, hohe Modulationsfrequenzen und eine gleichmäßig hohe Empfindlichkeit über den gesamten Spektralbereich aus. Parallel dazu werden bestehende Detektorfamilien kontinuierlich weiterentwickelt und an modernste Fertigungstechnologien angepasst.
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg des Geschäftsbereiches Infrarot-Sensorik ist die Flexibilität der Lösungen. Das InfraTec-Portfolio umfasst insgesamt 50 Grundtypen, die in ihren Ausprägungen unterschiedlich gut für die Anwendungen in der Gasanalyse, der Flammensensorik oder für spektrometrische Verfahren geeignet sind. Basierend auf einer anwendungsorientierten Beratung können sich die Kunden daraus einen exakt zu ihrer Messaufgabe passenden Detektor konfigurieren.
Die Grundtypen lassen sich nach dem Baukastenprinzip durch geschickte Auswahl der Detektorkomponenten (z. B. IR-Filter, Verstärkerschaltung, Detektorgehäuse) an die konkreten Bedürfnisse der Anwendung anpassen. Die flexibel organisierte Fertigung ermöglicht es den Kunden, sowohl industrielle Losgrößen als auch kleine Testmengen zu ordern. In Abhängigkeit von den geplanten Serienstückzahlen ist zudem die Umsetzung komplett kundenspezifischer Lösungen möglich.
„Die einzigartige Kombination aus industrieller Expertise bei der Herstellung und Charakterisierung optoelektronischer Komponenten ist ein klarer Vorteil, wenn es darum geht, die anspruchsvollen Messaufgaben unserer Kunden zu lösen“, ist sich Janka Haubold, Vertriebsleiterin der Infrarot-Sensorik bei InfraTec, sicher. „Auch den hohen Grad der Organisation und die Ersthaftigkeit, mit der wir uns der gestellten Aufgaben annehmen, schätzen unsere Kunden.“ Und Ronny Steinert, Schichtleiter in der Detektorfertigung ergänzt: „Selbst bei komplexen Aufgaben und unter hohem Zeitdruck entwickeln wir Lösungen, die unsere Kunden überzeugen. Mit unserer Flexibilität und einem engagierten Team sorgen wir dafür, dass unsere Kunden jederzeit auf höchste Qualität und Zuverlässigkeit zählen können.“
